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Die Haselmaus

Europas winzigster Schläfer: zerbrechlich, geschützt und faszinierend
Die Haselmaus
Baumtiere Baumbewohnende Säugetiere 18/07/2027

In italienischen Wäldern lebt ein Tier, das kaum jemand je gesehen hat, das aber fast alle gerne einmal begegnen würden: goldorange gefärbt, große schwarze Augen, ein dichter Schwanz und winzig klein — nur 15–30 Gramm, leichter als eine 2-Euro-Münze. Es heißt Haselmaus und verbringt sein Leben zwischen Strauchzweigen mit einer Anmut und Gewandtheit, die ihrer Größe zu widersprechen scheint.

Die Haselmaus kennenlernen

Die Haselmaus (Muscardinus avellanarius) ist die kleinste europäische Schlafmaus und eines der winzigsten Säugetiere des italienischen Waldes. Ihr Fell ist auf dem Rücken glänzend rotbraun, am Bauch cremeweiß — eine Färbung, die so charakteristisch ist, dass sie mit kaum einer anderen Art verwechselt werden kann. Der Schwanz ist dicht und fast so lang wie der Körper. Die Vorderpfoten sind Greifpfoten mit langen Fingern und gekrümmten Krallen, die es ihr ermöglichen, dünne Äste wie ein winziger Primat zu ergreifen. Sie bevorzugt Gebiete mit Brombeeren, Haselnusssträuchern, Weißdorn und Unterholz — sie klettert selten in hohe Bäume wie die Siebenschläfer, sondern hält sich lieber in der Strauchschicht zwischen 0,5 und 3 Metern Höhe auf. Sie ist in den meisten Teilen Italiens verbreitet, aber überall selten und schwer zu beobachten, da sie nachtaktiv ist und dichte, verworrene Vegetation bevorzugt.

Das Nest: Ein kleines Meisterwerk natürlicher Architektur

Das Nest der Haselmaus ist eine der schönsten Strukturen, die die Natur in diesem Maßstab hervorbringt. Es ist eine perfekte Kugel, geflochten aus Blättern, Bastfasern, trockenem Gras und Moos, etwa so groß wie ein großer Tennisball — ungefähr 8–10 cm Durchmesser. Das Innere ist mit den weichsten Materialien ausgekleidet (Pflanzenfasern, Tierwolles, Federn). Es hat keine permanente sichtbare Öffnung: Die Haselmaus öffnet und schließt die Eingangsöffnung jedes Mal, wenn sie hinein- oder hinausgeht, und verwebt die Blätter so, dass die Oberfläche gleichmäßig wirkt. Diese Verschließung schützt sie sowohl vor Raubtieren als auch vor Temperaturschwankungen. Das Nest befindet sich in dichter Vegetation 0,5–2 Meter über dem Boden, oft in einem Brombeeren- oder Haselnussstrauch, für jeden, der nicht weiß, worauf er achten muss, nahezu unsichtbar. Eine einzelne Haselmaus kann während der aktiven Jahreszeit mehrere Nester nutzen und sie alle paar Tage wechseln. Das Winterschlaf-Nest wird tiefer gebaut, oft auf Bodenhöhe oder darunter (im Moos, zwischen Blättern), wo die Temperatur stabiler ist.

Der Winterschlaf der Haselmaus: Noch länger als der des Siebenschläfers

Die Haselmaus geht sogar vor dem Siebenschläfer in den Winterschlaf — bereits ab September in kälteren Gegenden — und wacht später auf, manchmal erst im Mai. Der Winterschlaf kann bis zu 8 Monate andauern, was sie zum Säugetier mit dem längsten Winterschlaf im Verhältnis zum Jahr unter europäischen Arten macht. Während des Winterschlafs reduzieren sich ihre Lebensfunktionen wie beim Siebenschläfer: Die Körpertemperatur gleicht sich der Umgebung an, die Atmung ist kaum wahrnehmbar, der Herzschlag äußerst selten. Sie wacht alle 2–3 Wochen kurz auf, fällt aber schnell wieder in den Winterschlaf zurück.

Warum die Haselmaus geschützt ist

Die Haselmaus ist in der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie 92/43/EWG (Anhang IV) als Tierart von gemeinschaftlichem Interesse aufgeführt und unterliegt strengem Schutz — das bedeutet, es ist illegal, sie zu fangen, in Gefangenschaft zu halten, ihren Lebensraum absichtlich zu stören oder Fortpflanzungs- und Überwinterungsstätten zu zerstören. Die Gründe für den Schutz: Die europäische Population nimmt ab wegen der Zerstörung von Strauchwald, intensiver Forstwirtschaft, die das Unterholz beseitigt, und der Isolation von Populationen in zersplitterten Waldrelikten. Die Haselmaus ist besonders anfällig für Isolation, da sie sich nicht leicht über offenes Gelände fortbewegt — sie bleibt immer lieber in dichter Vegetation. Der Bau von Infrastruktur, die Waldkorridore durchschneidet (Straßen, Eisenbahnen, Gebäude), kann Populationen trennen, die einst verbunden waren, was zu lokalen Aussterben durch verringerte genetische Vielfalt führt.

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Die Haselmaus wiegt weniger als dreißig Gramm, baut ein perfektes kugelförmiges Zuhause zwischen Brombeeren und schläft acht Monate im Jahr. Sie ist nahezu unmöglich zu sehen. Aber zu wissen, dass sie da ist — dass in jenem dichten Haselnussstrauch im Wald eine winzige orange Kugel mit schwarzen Augen sitzt und nur alle fünf Minuten atmet — verändert etwas an der Art, wie man in diesem Wald sitzt.

So schützt du die Haselmaus in deinem Garten und in deiner Region

  • Strauchvegetation nicht entfernen: Brombeeren, Haselsträucher, Weißdorn, Schlehe, Hartriegel — die dornigen, verworrenen Sträucher, die viele als „Unkraut zum Ausreißen" betrachten, sind der Lebensraum der Haselmaus. Wenn du an den Rändern deines Gartens, deiner Wiese oder deines Waldes einen Streifen mit ungepflegter Strauchvegetation belässt, hilfst du dieser Art am meisten.
  • Haselmaus-Nistkästen anbringen: Es gibt spezielle Nistkästen für Haselmäuse, bei denen das Einflugsloch nach unten zeigt (die Haselmaus betritt den Kasten von unten, er sollte 1–1,5 Meter über dem Boden an einem Strauch oder Stamm befestigt werden). Du findest sie in Vogelbeobachtungsläden oder kannst sie leicht selbst bauen. Innenmasse: 10×10×10 cm, unteres Loch 3,5 cm.
  • Beobachtungen auf iNaturalist melden: Jede Haselmaus-Sichtung (auch ein Foto des charakteristischen kugelförmigen Nests) ist wissenschaftlich wertvoll für die Kartierung der Verbreitung der Art. Fotografiere das Nest (ohne es anzufassen), lade das Foto mit Standortdaten auf iNaturalist hoch und trage zur Überwachung der Art in Italien bei.
  • Das Nest erkennen: Die perfekte Kugel aus verwobenen Blättern zwischen Brombeeren oder Haselsträuchern, etwa so groß wie ein Tennisball, ohne sichtbaren Eingang — das ist mit großer Sicherheit ein Haselmaus-Nest. Öffne es nicht: Die Haselmaus wird nicht nisten, wenn sie gestört wird. Fotografiere es von außen und melde es.
  • Mit Kindern — ein Nest wie die Haselmaus bauen: Fordere Kinder auf, eine kleine Kugel aus trockenen Blättern, Gras und biegsamen Zweigen zu bauen und die Materialien so zu verflechten, wie es die Haselmaus tut. Erkläre ihnen, dass die Haselmaus diese Struktur mit ihrem Maul und ihren Vorderpfoten baut, ohne Hände oder Werkzeuge, in nur wenigen Stunden. Der Versuch, es mit deinen Händen nachzuahmen — viel schwieriger, als es aussieht — zeigt sofort, wie außergewöhnlich diese Baufähigkeit ist.
  • Geschützte Gebiete mit Strauchwald besuchen: Der Nationalpark Casentinesi-Wälder, der Ticino-Park, der Euganeische Hügel-Park und viele regionale Naturschutzgebiete haben Haselmaus-Populationen. Park-Naturkundler kennen oft die besten Orte, um sie zu beobachten.

Die Haselmaus ist so klein und so scheu, dass die meisten Menschen in ihrem Leben nie eine zu Gesicht bekommen werden. Aber zu wissen, dass es sie gibt, dass sie ein perfekt kugelförmiges Zuhause zwischen Ästen baut, dass sie acht Monate lang schläft, während ihr Herz kaum noch schlägt — das allein reicht aus, um deine Sicht auf einen Haselwald zu verändern. Jede Blatterkugel ist ein Tor zu einem winzigen und wunderbaren Leben.

Häufig gestellte Fragen

Welche Funktion hat das kugelförmige Nest der Haselmaus und wie wird es gebaut?

Das Nest der Haselmaus ist eine perfekte Kugel aus verwobenen Blättern, Moos und Pflanzenfasern mit einem Eingang, der sich bei jedem Betreten öffnet und schließt. Es schützt sie vor Raubtieren und Temperaturschwankungen und befindet sich in dichter Vegetation in niedriger Höhe.

Wie unterscheidest du die Haselmaus von anderen kleinen europäischen Säugetieren?

Die Haselmaus hat ein glänzendes rotbraunes Fell auf dem Rücken, cremeweiß auf dem Bauch, große schwarze Augen und einen dicken Schwanz, der fast so lang wie ihr Körper ist. Sie wiegt weniger als 30 Gramm und ist die kleinste der europäischen Haselmausarten mit greiffähigen Vorderpfoten.

Warum ist die Haselmaus eine geschützte Art und welchen Bedrohungen ist sie ausgesetzt?

Sie ist geschützt, weil ihre Population aufgrund der Zerstörung der Strauchschicht, intensiver Waldwirtschaft und Populationsisolation durch Infrastruktur, die Waldkorridore unterbricht, abnimmt. Dies verringert die genetische Vielfalt und erhöht das Risiko lokaler Ausrottung.

Wie kannst du der Haselmaus helfen, in deiner Region zu überleben?

Indem du Strauchvegetation wie Brombeeren und Haselsträucher intakt lässt, spezialisierte Nistkästen 1–1,5 Meter hoch mit unterem Einflugsloch anbringst, Sichtungen und Nester ohne Störung meldest und geschützte Gebiete mit Strauchwald besuchst, um den Naturschutz zu unterstützen.

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