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Fisch und Überfischung

Arten vom Aussterben bedroht
Fisch und Überfischung
Umwelt und Nachhaltigkeit Umweltauswirkungen von Lebensmitteln 08/11/2026

Fisch ist eines der gesündesten Lebensmittel überhaupt: Omega-3, vollständige Proteine, Vitamin D, Jod. Aber das globale Fischereisystem beutet ihn in einem nicht nachhaltigen Tempo aus. Nach Angaben der FAO (2022) sind 35% der globalen Fischbestände überfischt: Sie werden in Mengen gefangen, die die natürliche Fortpflanzung übersteigen. 57% werden auf maximale nachhaltige Grenzen ausgebeutet. Nur 8% der Bestände sind unternutzt. Die Situation hat sich von den 1970er Jahren bis heute kontinuierlich verschärft. Fisch weiterhin zu konsumieren, ohne die Nachhaltigkeit der Arten zu berücksichtigen, ist eine Entscheidung, die zukünftige Generationen einer grundlegenden Nahrungsquelle beraubt.

Arten mit dem größten Überfischungsrisiko

Nicht alle Fischarten haben denselben Nachhaltigkeitsstatus. Die Arten mit dem höchsten Überfischungsrisiko im Mittelmeer und im europäischen Atlantik: Blauflossen-Thunfisch (Thunnus thynnus): gilt als gefährdet; die Fischerei wird durch ICCAT-Quoten geregelt, aber die Kontrollen sind umstritten. Seehecht (Europäischer Kabeljau): Mittelmeerbestand in kritischem Überfischungszustand. Schwertfisch: im Mittelmeer überfischt. Tiefseegarnele (Aristeus antennatus): Fischerei nicht immer geregelt. Europäischer Aal: in kritischem Zusammenbruchzustand (Population um 90% in den letzten 50 Jahren zurückgegangen). Meerforelle: hoher Fischereidruck. Atlantische Makrele: einige Populationen in kritischem Zustand. Der Internationale Rat für Meeresforschung (ICES) veröffentlicht jährlich aktualisierte Bewertungen zum Status aller europäischen Bestände.

Die nachhaltigsten Arten zum Auswählen

Arten mit dem besten Nachhaltigkeitsstatus im Mittelmeer und europäischen Atlantik: Sardinen (Sardina pilchardus): Bestände generell in gutem Zustand, fetter Fisch reich an Omega-3 und Vitamin D, niedrige Position in der Nahrungskette (vermehrt sich schnell). Sardellen (Engraulis encrasicolus): Bestände generell gesund im nördlichen Mittelmeer, hochgradig nahrhaft. Atlantische Makrele (Scomber scombrus): guter Status im Nordatlantik. Nordatlantischer Kabeljau aus MSC-zertifizierter Fischerei (nicht Mittelmeer): besser zertifizierte norwegische Sorten wählen. Oktopus: generell nicht überfischt. Muscheln und Miesmuscheln (gezüchtet): unter den nachhaltigsten Produktionen insgesamt, aufgrund des geringen ökologischen Fußabdrucks und der positiven Filterwirkung auf aquatische Ökosysteme. Gezüchtete Auster: dasselbe. Meeräsche (Mugil cephalus): oft unterschätzt, nicht überfischt.

Was Nachhaltigkeitszertifizierungen bedeuten

MSC (Marine Stewardship Council): die Hauptzertifizierung für nachhaltig gefangenen Wildfisch. Das MSC-Logo (blauer Fisch mit Häkchen) garantiert, dass Fisch aus Fischerei mit gesunden Beständen, verantwortungsvoller Verwaltung und minimaler Ökosystemauswirkung stammt. Es ist nicht perfekt (kritisiert wegen übermäßiger Nachsicht in einigen Fällen), aber es ist der strengste und überprüfteste verfügbare Standard. ASC (Aquaculture Stewardship Council): Zertifizierung für nachhaltige Aquakultur. Umfasst Lachs, Garnelen, Austern, gezüchteten Fisch. GlobalG.A.P.: internationaler Standard für gute Produktionspraktiken in der Aquakultur. Friend of the Sea: weniger streng als MSC, aber gültig für viele Arten. So nutzen Sie sie: Bevorzugen Sie im Supermarkt Fisch mit MSC- oder ASC-Logos, wenn verfügbar; fragen Sie Ihren Fischhändler nach Herkunft und Fangmethode.

Aquakultur: Lösung oder Problem?

Aquakultur (Zucht von Fisch, Muscheln, Krebstieren) hat die Wildfischerei als Hauptquelle globaler Fischprodukte überholt. Sie ist potenziell Teil der Lösung für Überfischung, aber nicht alle Aquakultur ist gleich. Nachhaltige Aquakultur: Miesmuscheln, Muscheln, Austern (benötigen kein Futter, filtern Wasser, produzieren Protein mit minimaler Umweltauswirkung), einige pflanzenfressende Arten wie Tilapia (ernähren sich von Algen, nicht von Fischmehl), Karpfen (traditionell in Mitteleuropa). Aquakultur mit hoher Auswirkung: gezüchteter Atlantiklachs (benötigt Fischmehl aus Wildfisch, Antibiotika, erzeugt lokale Verschmutzung), tropische Garnelen (oft mit Mangrovenvernichtung produziert, hoher Antibiotikaeinsatz). ASC-Zertifizierung ist der beste Leitfaden, um tugendhafte Aquakultur von problematischen zu unterscheiden.

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Das Meer ist kein bodenloses Supermarkt: Es ist ein fragiles System, das wir ausgebeutet haben, als wäre es unendlich. Sardinen und Sardellen, Oktopus, Miesmuscheln: die nachhaltigsten Arten sind oft die wirtschaftlichsten, die nahrhaftesten, die mediterransten. Sie zu wählen bedeutet, für die Zukunft derer zu wählen, die nach uns kommen.

Kurzbericht zu nachhaltigem Fisch im Supermarkt und bei der Fischtheke

Regelmäßig kaufen: Sardinen, frische oder konservierte Sardellen, Makrele, Oktopus, Muscheln, Venusmuscheln, Meeräsche, lokal gefangene Tintenfische, Austern. Mit Bedacht kaufen (auf MSC-/ASC-Zertifizierung achten): Lachs, Thunfisch (MSC-zertifizierten Skipjack oder Tongol bevorzugen statt Blauflossen-Thunfisch), Garnelen. Vermeiden oder stark reduzieren: Mittelmeer-Blauflossen-Thunfisch, Mittelmeer-Schwertfisch, Aal, Mittelmeer-Seehecht (atlantische zertifizierte Sorten bevorzugen), nicht zertifizierte tropische Garnelen. Praktische Regel: Je kleiner und geselliger der Fisch (Sardinen, Sardellen, Makrele), desto nachhaltiger ist er, desto reicher an Omega-3 und desto günstiger. Das ist das dreifache Geschenk, das uns die Natur macht.

Fischetiketten: Was man lesen sollte

In Europa müssen Etiketten für frischen und gefrorenen Fisch obligatorisch folgende Informationen enthalten: Handelsname und wissenschaftlicher Name der Art, Produktionsmethode (Wildfang, Aquakultur, Süßwasserfischerei), Fanggebiet (z. B. „Nordöstlicher Atlantik FAO-Zone 27" oder „Mittelmeer"), Fanggerätkategorie (Schleppnetz, Ringwadennetz, Langleine usw.). Nicht alle diese Informationen sind immer auf den Etiketten zu finden, aber Sie haben das Recht, danach zu fragen. Das Fanggebiet und die Fangmethode sind die wichtigsten Informationen zur Beurteilung der Nachhaltigkeit.

Wie man mehr nachhaltigen Fisch in die italienische Ernährung integriert

Sardinen sind der nachhaltigste und nährstoffreichste Fisch im Mittelmeer, werden aber aufgrund von kulturellen Vorurteilen unternutzt. Einfache Rezepte: frische Sardinen gegrillt mit Öl und Zitrone (15 Minuten), Pasta mit Sardinen (traditionelles sizilianisches Gericht), Sardinen in Essig und Zwiebel mariniert (Vorspeise), gebackene Sardinen mit Tomaten und Oregano. Frische Sardellen: in wenigen Minuten gereinigt, gebraten, mit Paniermehl und Zitrone gebacken oder roh mariniert („Menaica-Sardellen" Kampanien-Art). Muscheln: eine der nachhaltigsten und wirtschaftlichsten Aquakulturproduktionen, reich an Eisen und Vitamin B12, in 10 Minuten fertig. Die Rückkehr zu italienischen regionalen Meerestradition ist bereits eine nachhaltige Wahl.

Häufig gestellte Fragen

Welche Fischarten sind im Mittelmeer und im europäischen Atlantik am stärksten von Überfischung bedroht?

Zu den gefährdeten Arten gehören Blauflossen-Thunfisch, Seehecht aus dem Mittelmeer, Schwertfisch, Tiefseegarnelen, Europäischer Aal, Meerforelle und einige Makrelenbestände des Atlantiks, die alle von Überfischung oder Bestandskollaps betroffen sind.

Wie erkennt man nachhaltigen Fisch im Supermarkt oder bei der Fischtheke?

Um nachhaltigen Fisch zu wählen, achten Sie auf Zertifizierungen wie MSC für Wildfang oder ASC für Aquakultur. Überprüfen Sie das Etikett auf Fangmethode, Fanggebiet und Art. Bevorzugen Sie Arten mit gesunden Beständen wie Sardinen, Sardellen, Makrele und gezüchtete Muscheln wie Muscheln und Austern.

Wann ist es besser, Aquakultur dem Wildfang vorzuziehen?

Aquakultur ist vorzuziehen, wenn sie nachhaltig ist, wie bei Muscheln, Venusmuscheln, Austern und Herbivoren wie Tilapia, die eine geringe Umweltauswirkung haben. Vermeiden Sie hochbelastete Aquakultur wie Atlantiklachs und nicht zertifizierte tropische Garnelen, die oft mit Verschmutzung und Lebensraumzerstörung verbunden sind.

Wie sehr beeinflusst die Fischauswahl den Zustand der globalen Fischbestände?

35 % der globalen Fischbestände werden überfischt, daher reduziert die Wahl von nachhaltigem Fisch den Druck auf gefährdete Arten, bewahrt marine Ökosysteme und sichert die zukünftige Verfügbarkeit dieses essentiellen Lebensmittels. Die Bevorzugung von Arten mit geringen Auswirkungen und zertifizierten Sorten hilft, Überfischung zu bekämpfen.

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